Der Tag, an dem die Algarve NEIN zur Ölförderung sagte

Erste öffentliche Anhörung zur geplanten Erkundung von Öl- und Gasvorkommen an der Algarve
Donnerstag, 14 Januar 2016 | Wirtschaft

Wir hatten bereits mehrfach in unserem Blog über das Projekt der portugiesischen Regierung zur Erkundung von Öl und Gasvorkommen in der Region – sowohl vor der Küste wie an Land – und die von der ASMAA (Algarve Surf and Marine Activities Association)  dagegen organisierte Opposition berichtet. Der folgende Artikel ist eine auszugsweise Übersetzung eines Beitrages, der am 13. Januar zu diesem Thema in der algarvedailynews.com veröffentlich wurde.

„Am Dienstag den 12. Januar veranstaltete die ENMC (Entidade Nacional para o Mercado de Combustíveis), die staatliche Behörde für den Treibstoffmarkt, eine öffentliche Anhörung an der Algarve. Die Veranstaltung in Faro war die erste dieser Art, ganze fünf Jahre nachdem die ENMC das Projekt in 2011 initiiert hatte; soviel zur Selbstdarstellung der Regierung als offen und transparent.

Zur abendlichen Versammlung im Auditorium der Universität füllte sich der Eingang mit Transparente schwenkenden Protestlern. Über 250 registrierte Vertreter der Öffentlichkeit füllten die Halle bis zum letzten Platz, und Dutzende nicht angemeldeter Interessenten drängten sich in den Fluren. Ziel der Regierung war es, ihre Position zur geplanten Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffvorkommen in der Region zu erläutern. Die Sprecher kamen von den Ölgesellschaften Repsol, ENI, Galp, Partex und Portfuel. Die Argumente drehten sich um die Sicherheitsbilanz der beteiligten Firmen, das bereits investierte Kapital, geologische Grundlagen und die geringe statistische Wahrscheinlichkeit Öl oder Gas zu finden, die lange Zeit bis zum Beginn der Förderung im Falle einer erfolgreichen Exploration und die angeblichen Vorteile für die Region für den Fall, dass sie ihre Pläne umsetzen können.

Die Bürgermeister der Algarve hatten bereits beschlossen, dass die Umwandlung der Küste und des Hinterlandes der Algarve in eine Zone der Öl und Gasproduktion nicht vereinbar sind mit ihren Plänen für die Region. Ihr Schwerpunkt liegt auf Tourismus, sauberen Industrien ohne Luftverschmutzung und erneuerbarer Energie. Am 12 Januar hatte sich ihre Gruppe AMAL mit Vertretern verschiedener Organisationen von Geschäftsleuten und Tourismus getroffen, und alle stimmten darin überein, dass eine Öl- und Gasförderung ausgeschlossen ist für eine Region, die in den letzten Jahrzehnten eine lebhafte Entwicklung des Tourismus auf der Basis sauberer Strände, herrlicher Landschaften und sauberer Luft und Wasser genommen hat. Eine Fortsetzung der Erkundung von Öl- und Gasvorkommen, sei es zu Wasser oder zu Land, würde die Wirtschaft der Region empfindlich treffen; die Gefahren für die Umwelt, die Menschen und die Wirtschaft seien nicht zu vertreten. Die Bürgermeister und die Vertreter der Wirtschaft forderten einen sofortigen Stopp des Programmes.

Die Hinwendung der Regierung von Portugal zur Öl und Gasproduktion erfolgte erst spät und steht in krassem Gegensatz zu den Vereinbarungen des internationalen Umweltgipfels in Paris Ende des letzten Jahres – ein Plan zur Entwicklung erneuerbarer Energien und Umschwenken von Öl und Gas auf Sonne, Wind und Wasserkraft. Wie es auch an der Algarve weitergeht – die Verträge zur Exploration sind bereits unterzeichnet und können nicht ohne weiteres gebrochen werden – die Zeiten, in denen die Regierung die Meinung ihrer Wähler ungestraft ignorieren konnte, scheinen vorbei.“

Wenn auch Sie diese Initiative unterstützen wollen, folgen Sie dem Link: ASMAA
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